Vermögensaufbau – Portfolio Strategien

Ein guter Vergleich für den persönlichen Vermögensaufbau, stellen die beiden postimpressionistischen Maler Eugène Henri Paul Gauguin und Vincent Willem van Gogh dar, die zur selben Zeit gelebt haben. Im Endeffekt waren beide in derselben Epoche aktiv.

Struktur für Investitionen

So kann ein Vermögenswert oder Wertpapier auf unterschiedliche Weise in dem Zusammenhang mit Deinen getätigten Investitionen involviert sein. Damit verbunden auch die jeweiligen, gemäss Deiner Umsetzung, bereits im Vorfeld festgelegten Handlungen.

Hiermit ist Deine Struktur für Investitionen und Anlagen in Form von Trading Edge gemeint.

Da grundsätzlich in allen Asset Klassen Trading Edge bestehen, ist das jeweilige Anlageverhalten, besser bekannt als Strategie. Die damit verbundene Frage lautet, unter welcher Klassifizierung, die jeweils von Dir verwendeten Handlungen den jeweiligen Kriterien entsprechen.

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Die drei möglichen Ansätze

Wenn die reine Handlungsweise und deren Zeitpunkt betrachtet wird, so bestehen gesamt drei unterschiedliche Hauptgruppen von Ansätzen. Jede der drei Hauptgruppen, zeichnen nachfolgende Charakter Eigenschaften aus, wie in der Übersicht aufgeführt.

Einzeltrade Ansatz

  • Bei erfülltem Setup wird eine einzelne Position eröffnet
  • Das zeitliche Engagement ist kurz
  • Das verwendete Kapital ist gering

Serien Ansatz

  • Zu unterschiedlichen Zeitpunkten und oder Preisen werden Engagements eröffnet
  • Das zeitliche Engagement ist kurz bis mittel
  • Das verwendete Kapital ist gering bis mittel

Auf einmal Ansatz

  • Zum selben Zeitpunkt werden Engagements vollständig in dem Markt eröffnet
  • Das zeitliche Engagement ist lang
  • Das verwendete Kapital ist hoch

Beendigungszeitpunkt

Hinsichtlich dem Beendigungszeitpunkt, so können diese unterschiedlich ausgestaltet werden. So zum Beispiel durch Scale Out´s. – eine stufenweise Reduzierung – oder zum selben Zeitpunkt, eine entsprechend vollständige Beendigung aller vorhandenen Positionen.

Gleichzeitige Verwendung

Es sollten Trading Edge aus allen 3 Gruppen gleichzeitig verwendet werden, vorausgesetzt die jeweiligen Setups sind auch entsprechend erfüllt. Die Vorteile dessen sind zum einen, dass Du durch eine zusätzliche Diversifikation erhältst.

Zum anderen Dein Kapitalaufbau wesentlich schneller von statten geht. Denn die im Ertrag zusätzlichen gewonnen Kapitalerträge, Du wiederum für weitere Trading Edge verwenden kannst und damit denselben Effekt wie bei Zinseszins erhältst.

Zuerst in die Breite, dann in die Tiefe

In den damit verbundenen Möglichkeiten, den Ertrag für weitere zusätzliche Trading Edge zu verwenden, ist/sind in der Konsequenz:

Stabilere Struktur

Du wesentlich breiter aufgestellt ist, in dem jeweils den zeitlichen und damit verbundenen Kapitalbedarf je Trading Edge. Somit Dein Gesamtvermögen in der Regel auch eine stabilere Struktur aufweist.

Weitere Trading Edge erarbeiten

Weiterführend ist diese Methodik sinnvoll, da Du somit auch alle Dir zu Verfügung stehenden Trading Edge „im Ideal“ gleichzeitig verwenden kannst. Ebenso ist damit der Sinn und Zweck weiterhin gegeben, weitere bzw. neue Trading Edge selbst zu erarbeiten.

Qualität erhöhen

Zwangsläufig kannst Du einen neuen Trading Edge durch einen bereits vorhandenen Edge ersetzten – wenn sinnvoll -, was wiederum der Qualität zugutekommt. Sind keine weiteren Trading Edge verfügbar, Du dann wiederum je Trading Edge das verwendete Kapital im Engagement entsprechend erhöhen kannst.

Vorteil Zeitmanagement

Als letzter Punkt, kommt das genannte, auch Deinem eigenem Zeitmanagement selbst zugute, für die Planung und in der Umsetzung.

Genauere Betrachtung

Um das genannte genauer zu betrachten, sind nachfolgend auf Basis der zuvor beschriebenen drei Ansätze, einzelne Strategien aufgeführt und beschrieben. Diese werden häufig von institutionellen Anlegern eingesetzt bzw. verwendet, bei aktivem Management und der Bildung von Portfolios.

Basis Ansätze

Bei den nachfolgenden Ansätzen ist die zeitliche Ausrichtung für Engagement in der Regel mittel bis langfristig. Weiterführend werden diese primär in den Aktienmärkten eingesetzt.

Value Investing

Bei diesem Ansatz liegt der Fokus auf Basis der fundamentalen Daten, in Relation zu der jeweils aktuellen Unternehmensbewertung und dem realwirtschaftlichen Gegenwert. Bei einer entsprechenden Unter -und Überbewertung werden die Engagements Eröffnet bzw. wieder geschlossen.

Kurs-Gewinn-Verhältnis: In der Regel liegen diese unter dem Branchendurchschnitt.

Growth Investing

Hierbei sind jeweils primär höhere Wachstumsraten als in der jeweiligen Branche bzw. im Markt vorhanden von Bedeutung. Auch kann das jeweilige Unternehmen noch keine Gewinne erzielen, und somit ist kein (positives) KGV vorhanden.

Kurs-Gewinn-Verhältnis: In der Regel liegen diese über dem Branchendurchschnitt.

Growth at reasonable price

Stellt eine Kombination zwischen Value Investing und Growth Investing dar.

Dogs of the Dow

In der Selektion der in Frage kommenden Unternehmen, liegt das Ziel in einer möglichst hohen und stabilen Dividendenrendite. Die Grundidee dieser Strategie stammt von Benjamin Graham.

Er empfahl in seinem Buch „The Intelligent Investor“ von dem Dow Jones Industrial Average die Aktien der 10 Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen zu kaufen, und bei Notwendigkeit diese zu ersetzen.

Populär wurde die Anlagestrategie unter dem umgangssprachlichen Begriff „Dogs of the Dow“.

Countercyclical Investing

Hierbei werden in der Regel entgegen des überwiegenden Teils aller Marktteilnehmer Engagements eingegangen. Das Markt Timing ist bei diesem Ansatz von entscheidender Bedeutung.

Erweiterte Ansätze

Die nachfolgenden enthaltenen Ansätze werden mitunter häufig von Hedgefonds verwendet. Der Anlagehorizont bei den Engagements ist dabei von kurz bis langfristigen.

Convertible Arbitrage

Diese Strategie wird durch Hedge-Investitionen in die wandelbaren Wertpapiere eines Unternehmens identifiziert. Eine typische Investition besteht darin, die Wandelanleihe zu kaufen und die Aktien desselben Unternehmens zu verkaufen.

Die Positionen sind so konzipiert, dass sowohl aus der festverzinslichen Anleihe als auch aus dem Leerverkauf von Aktien Gewinne erzielt werden, während das Kapital vor Marktbewegungen geschützt wird.

Distressed Securities

Hierbei wird in Schulden, Aktien oder Handelsforderungen von Unternehmen investiert, die sich in einer finanziellen Notlage oder bereits in Verzug befinden. Die Wertpapiere von Unternehmen, die sich in einer Notlage oder in einem Zahlungsausfall befinden, werden in der Regel mit erheblichen Abschlägen auf den Nennwert gehandelt, weil es schwierig ist, einen angemessenen Wert für solche Wertpapiere zu analysieren.

Equity Long Bias

Ein Equity Long gilt in der Regel als long-biased, wenn das durchschnittliche Netto-Long-Engagement des Portfolios mehr als 35% beträgt.

Equity Long Short

Diese direktionale Strategie beinhaltet aktienorientierte Investitionen sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite des Marktes. Das Ziel besteht nicht darin, marktneutral zu sein. Es besteht die Möglichkeit, vom Wert zum Wachstum, von Aktien mit kleiner, mittlerer oder großer Kapitalisierung und von einer Netto-Long-Position zu einer Netto-Short-Position zu wechseln.

Es können Futures und Optionen zur Absicherung eingesetzt werden. Der Schwerpunkt kann regional oder sektorspezifisch sein.

Equity Market Neutral

Diese Anlagestrategie ist darauf ausgerichtet Ineffizienzen auszunutzen. Es bestehen in der Regel, gleichzeitig Long- und Short-Matching-Portfolios der gleichen Grösse. Marktneutrale Portfolios sind so konzipiert, dass sie entweder Beta- oder währungsneutral oder beides sind.

Gut konzipierte Portfolios steuern in der Regel die Risiken für Industrie, Sektor, Marktkapitalisierung und weitere Engagements. Häufig wird eine Hebelwirkung angewandt, um die Renditen zu erhöhen.

Event Driven

Diese Strategie wird definiert als Investitionen in „Sondersituationen“, die darauf abzielen, Preisbewegungen zu erfassen. Durch ein bedeutendes anstehendes Unternehmensereignis wie eine Fusion, Unternehmensumstrukturierung, Liquidation, einen Konkurs oder eine Reorganisation hervorgerufen werden.

Long Only

Hierbei werden Engagements nur bei Long Positionen eingegangen. Dabei kann dieser Ansatz für eine grosse Anzahl an unterschiedlichen Asset Klassen verwendet werden.

Fixed Income Arbitrage

Der Ansatz zielt darauf ab, von Preisanomalien zwischen verwandten Zinspapieren zu profitieren. Meisten werden Zinspapiere mit dem Ziel gehandelt, stetige Erträge bei geringer Volatilität zu erzielen. Zu dieser Kategorie gehören Zinssatz-Swap-Arbitrage, Arbitrage bei US- und Nicht-US-Staatsanleihen und Arbitrage bei den Terminzinskurven.

Global Macro

Hierbei werden Long- und Short-Positionen gehalten, an den wichtigsten Kapital- oder Derivatemärkte der Welt. Diese Positionen entsprechen den jeweiligen Ansichten über die allgemeine Marktentwicklung wieder, die von den wichtigsten Wirtschaftstrends und Ereignissen beeinflusst werden. Die Engagements können Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe umfassen.

Merger Arbitrage

Gleichzeitiges long und short investieren, in die an einer Fusion oder Übernahme beteiligten Unternehmen. Typischerweise werden long Positionen in die Aktien des zu übernehmenden Unternehmens und short in die Aktien des Erwerbers eingegangen. Durch Leerverkäufe der Aktien des Käufers wird das Marktrisiko reduziert und isoliert sein Risiko in Bezug auf das Ergebnis des angekündigten Geschäfts.

Volatility Trading

Bei dieser Strategie wird Volatilität als eine Anlageklasse gehandelt. Sie versucht, über Positionen in Optionen und Futures-Instrumenten, deren Preisänderungen mit Volatilitätsanstiegen und -rückgängen verbunden sind, von Veränderungen der Aktienmarktvolatilität zu profitieren.

So als Beispiel das Dispersions Trading: Hierbei wird die Volatilität eines Aktien Index mit den darin enthaltenen Unternehmen, in Relation zu der jeweiligen Gewichtung verglichen. Bei entsprechender Abweichung werden Engagements in den Optionsmärkten eingegangen.

Balanced Style

Diese Strategie kombiniert in der Regel ein Netto-Long-Engagement in Aktien mit einem Netto-Long-Engagement in festverzinslichen Wertpapieren. Ziel ist es, die Volatilität des kombinierten Gesamtportfolios zu begrenzen, indem die Diversifikationsvorteile genutzt werden, die sich aus der Kombination von Anlageklassen mit geringen Kreuzkorrelationen ergeben.

Die prozentualen Netto-Long-Engagements in Aktien und festverzinslichen Wertpapieren können stark über und unter 50% schwanken.

Spread Trading und Saisonale Trades

Ausnutzen von Preisineffizienzen von verschiedenen Laufzeiten bei Derivaten (Futures und Optionen). Weiterführend auf saisonal bedingte Marktentwicklungen.

Multi Strategy

Die Multi-Strategy zeichnet sich dadurch aus, dass sie in der Lage ist, das Kapital dynamisch auf mehrere Strategien zu verteilen. Damit verbunden die Fähigkeit, das Kapital als Reaktion auf Marktchancen zwischen den Strategien bei Bedarf umzuverteilen.

Spezifische Ansätze

Nebst den bereits aufgeführten Ansätzen, bestehen auch solche, die jeweils nur einer spezifischen Art in der Anwendung zugewiesen werden kann.

So beispielweise im Hochfrequenzhandel (HFT), bei der Arbitrage und dem Cross-Border-Handel. Bei diesen werden im allgemeinen Kursdifferenzen (direkt und/oder indirekt) an verschiedenen Handelsplätzen zum selben Zeitpunkt ausgenutzt.

Vergleich in der Entwicklung

Für einen Vergleich in der Entwicklung inklusive Performance der unterschiedlichen Strategien, können diese so zum Beispiel von einem der Marktführer, dem Unternehmen Backstop Solutions Group LLC – Sitz in Chicago, Illinois, USA – bzw. über deren Tochterunternehmung BarclayHedge die entsprechenden Daten bezogen werden.

Qualität beachten

Bei dem Handling von Engagements wirst Du Dich zwangsläufig mit dem Thema Trading Edge und den jeweils verwendeten Strategien auseinandersetzen müssen.

Bei all den unterschiedlichen Möglichkeiten gilt stehts die Qualität zu beachten, und damit verbunden, die Konstanz der Ergebnisse. Daher gilt als wichtiger Indikator die Eruierung, wann ein jeweiliger Ansatz und ein darin enthaltener Trading Edge zur Anwendung kommt.

Ebenso das Du über eine entsprechende Anzahl an unterschiedlichen Trading Edge kennst, verstehst und diese angewendet werden können.

Das Dilemma

Bei konsequenter Umsetzung erhältst Du zwangsläufig eine immer grösser werdende Anzahl an Trading Edge. Dadurch befindest Du Dich zwangsläufig in derselben Situation, wie alle Anleger und Investoren:

Zu viele Möglichkeiten, bei zugleich begrenztem Kapital.

Der Vorteil dessen allerdings ist, dass Du in der Vermögensbildung Dich zuerst mit den aktuellen Möglichkeiten gemäss Deinem vorhandenem Kapital richten musst.

Mit der Zeit und mehr Kapital kommen allein dadurch zusätzliche Möglichkeiten in Frage. Umso mehr gilt, aus den Dir bekannten Trading Edge die jeweiligen zu verwenden bzw. einzusetzen, die jeweils den grössten Mehrwert erbringen.

Fazit

Die bewusste Entscheidung für welche Strategie/n man sich entscheidet, ist die Grundvoraussetzung für die Erarbeitung eines jeweiligen Trading Edge.

Postskriptum

Autor: Andreas Wirz

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